Pädagogische Konzeption der "Waldameisen"

"Spielzeug zerbricht - Erlebnisse sind unsterblich."

  Inhaltsverzeichnis

 

 Grundlegendes

 1. Leitgedanke

 2. Vorwort des Trägers / Entstehung der Waldgruppe

 3. Auftrag der Kindertagesstätte

 4. Lage der Waldhütte

 5. Wer kann die Waldgruppe besuchen?

 6. Öffnungszeiten

 7. Gelände und Ausstattung

 8. Personal

 

  Pädagogische Arbeit

 9. Ziele und Inhalte unserer pädagogischen Arbeit

 10. Warum Wald?

 11. Schulvorbereitende Arbeit

 12. Tagesablauf

 13. Beobachtung und Dokumentation

 

 Kooperation

 14. Erziehungspartnerschaft und Transparenz

 15. Elternbeirat

 16. Teamarbeit

 17. Vernetzung

 

 Sonstiges

 18. Schließtage

 19. Buchungszeiten

 20. Anmeldung

 21. Praktikanten

 

 

 

1. Leitgedanke

"Sind Kinder klein, gib ihnen Wurzeln. Werden sie älter, gib ihnen Flügel."

2. Vorwort des Trägers / Entstehung der Waldgruppe
 

 Im Frühjahr 2010 entschied sich der Gemeinderat eine Waldgruppe einzuführen, nachdem der Bedarf für eine Einrichtung dieser Art immer stärker zunahm. Bei der Suche nach einem geeigneten Grundstück für eine Unterkunft und für das Gelände zum Betrieb der Waldgruppe waren uns die Mitarbeiter der Bayrischen Staatsforste mehr als behilflich. Es war ihnen sogar ein Anliegen, hier für die Surberger Kinder ein geeignetes Grundstück zu finden.
 

 Wir einigten uns mit den Staatsforsten auf eine Blockhütte als Treffpunkt und Ausgangspunkt für die Waldgruppe. Nachdem alle rechtlichen Voraussetzungen und die baulichen Einrichtungen geschaffen waren, konnte die Waldgruppe im September 2010 die ersten Schritte im Wald unternehmen. Mit unserem qualifizierten Personal sind die Kinder nun täglich im Wald unterwegs.
 

 Für unsere gesamte Einrichtung ist diese Waldgruppe eine schöne Ergänzung, die von den Kindern und Eltern sehr geschätzt wird.
 

 Mein Dank gilt allen, die bei der Entstehung der Waldgruppe mitgeholfen haben.
 

 Josef Wimmer
 

 1. Bürgermeister
 

 

 3. Auftrag der Kindertagesstätte
 

 „Kindertagesstätten sind außerschulische Tageseinrichtungen zur regelmäßigen Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern.“ (BayKiBiG Art. 2 Begriffsbestimmungen)
 

 In der gesamten Kita Moosflitzer, der die Waldgruppe angehört, werden Kinder im Alter von einem Jahr bis zum Schuleintritt betreut. Unsere pädagogische Arbet richtet sich nach dem BEP (Bayerischer Bildungs- und Erziehungsplan).
 

 4. Lage der Waldhütte
 

 Als Treffpunkt und Schutz vor extremer Witterung steht den „Waldameisen“ eine Blockhütte zur Verfügung. Sie befindet sich auf der Strecke zwischen Hufschlag und Lauter (ca. 1 km von Hufschlag und ca. 3 km von Lauter entfernt). An der Waldeinfahrt steht ein Parkplatz zur Verfügung, von dem aus ca. 100 m waldeinwärts die Blockhütte zu sehen ist. Sie ist eingebettet in ein großes Waldstück, das den Kindern ideale natürliche Voraussetzunge bietet.
 

5. Wer kann die Waldgruppe besuchen?
 

 Alle Kinder ab 3 Jahren bis zum Schuleintritt.
 

 Da die Waldgruppe der „Kindertagesstätte Moosflitzer“ angehört, kann auf Wunsch zu jedem neuen Kindergartenjahr zwischen Wald und Haus (oder umgekehrt) gewechselt werden.
 

 Impfungen (z.B. gegen Zecken) sind keine Pflicht, um aufgenommen zu werden.
 

 6. Öffnungszeiten
 

 Montag – Freitag 07.30 Uhr – 13.00 Uhr
 

 In den Schulferien bleibt die Waldgruppe geschlossen. Kinder berufstätiger Eltern können jedoch in den Ferien in der Kindertagesstätte Moosflitzer weiter betreut werden.
 

 Ganz geschlossen ist nur in den Weihnachtsferien sowie drei Wochen in den Sommerferien.
 

 7. Gelände und Ausstattung
 

 Gelände:
 

 Im Wald haben wir feste Plätze, die wir immer wieder aufsuchen, um den Kindern Orientierung und Sicherheit in ihrer täglichen Umgebung zu geben.
 

 Davon wählt das Personal je nach Situation oder Witterung einen geeigneten Platz aus, nach Möglichkeit auch unter Mitbestimmung der Kinder. Im Wald gibt es auch einen Regenunterstand, der bei Bedarf genutzt werden kann.
 

 Für den Weg gibt es einen Bollerwagen, in dem die Rucksäcke der Kinder oder benötigtes Material transportiert werden können. Im Gelände ist die Gruppe über ein Mobiltelefon zu erreichen (0160 / 98104570).
 

 Ausstattung der Waldhütte:
 

 Die Blockhütte verfügt über elektrisches Licht (solar) sowie über eine Gasheizung.
 

 Sie ist ausgestattet mit einem kleinen Tisch und Stühlen, Regalen für Materialien und mit einer kleinen Garderobe. Angrenzend steht ein Lagerraum zur Verfügung.
 

 Da fest installierte sanitäre Anlagen im Wald nicht vorhanden sind, gewährleisten wir die Hygiene folgendermaßen:
 

  Für den Toilettengang verwenden wir Plätze abseits unserer Spielbereiche.

 

  Zum Händewaschen dient ein Wasserkanister mit Zapfhahn.

 

 Weitere Räumlichkeiten:
 

 Bestimmte Veranstaltungen finden gelegentlich auch gruppenübergreifend in der Kindertagesstätte statt (z.B. Faschingsfeier, Kasperltheater etc.)
 

 Auf die Räumlichkeiten der Kindertagesstätte kann auch zurückgegriffen werden, wenn wir Ausweichmöglichkeiten brauchen (z.B. bei Sturm oder bei Jagd im Wald) bzw. für bestimmte Angebote (z.B. Kochen oder Backen in der Küche).
 

8. Personal
 

 Ihr Kind / Ihre Kinder werden von einer Erzieherin, einer Kinderpflegerin sowie einer zusätzlichen Kraft im sozialen Bereich (Praktikantin oder freiwilliges soziales Jahr) betreut.
 

 Die Arbeitszeiten der jeweiligen Fachkräfte richten sich nach den Buchungszeiten der zu betreuenden Kinder.
 

 9. Ziele und Inhalte der pädagogischen Arbeit
 

 Die Ziele unserer pädagogischen Arbeit sind durch das BayKiBiG festgelegt:
 

 „Artikel 10 BayKiBiG Auftrag zur Bildung, Erziehung und Betreuung in Kindertageseinrichtungen“
 

 „(1) Kindertageseinrichtungen bieten jedem einzelnen Kind vielfältige und entwicklungsangemessene Bildungs- und Erfahrungsmöglichkeiten, um beste Bildungs- und Entwicklungschancen zu gewährleisten, Entwicklungsrisiken frühzeitig entgegen zu wirken sowie Integration zu befähigen. Eine angemessene Bildung, Erziehung und Betreuung ist durch den Einsatz eines ausreichenden und qualifizierten Personals sicher zu stellen.“
 

 „(2) Die Kinder sollen entwicklungsangemessen an Entscheidungen zum Einrichtungsalltag und zur Gestaltung der Einrichtung beteiligt werden. „
 

 Die individuellen Bedürfnisse der Kinder stehen im Vordergrund im Einklang mit dem Gesamtwohl der Gruppe. Aus ihren Stärken und Möglichkeiten wollen wir eine Basis entwickeln, um sie in den Bereichen Selbst- Sach – und Sozialkompetenz zu fördern. Wir sehen uns als Begleiter und Impulsgeber, um eine Basis für bestmögliches Lernen und Erleben zu schaffen.

 

 

Gezielte Angebote gibt es zu folgenden Bereichen:
 

Kreativität
 

Kognition
 

Musischer Bereich
 

Fantasie
 

Grob- und Feinmotorik
 

Psychomotorik
 

Sprachentwicklung
 

Sozialverhalten
 

Sachkompetenz
 

Ich-Kompetenz
 

Selbstvertrauen
 

Selbständigkeit

 

 

10. Warum Wald?
 

 Wodurch unterscheidet sich eine Waldgruppe vom Regelkindergarten?
 

 Der Alltag in der freien Natur:
 

 Der gesamte Kindergartenalltag ist nach draussen verlegt. Wir sind bei jedem Wetter im Wald. Ausnahmen bilden nur extreme oder zu gefährliche Witterungsbedingungen; z.B. Sturm. (In diesen Fällen stehen uns die Räumlichkeiten der Kindertagesstätte Moosflitzer als Ausweichmöglichkeit zur Verfügung.) Die Waldhütte stellt keinen hauptsächlich genutzten Gruppenraum dar, sondern dient in erster Linie als Treffpunkt für Bring- und Abholzeiten sowie als Lager unserer Materialien.
 

 Spielzeugfreies Konzept:
 

 In der Waldgruppe verzichten wir vorwiegend auf handelsübliches Spielzeug. Es gilt kein „Spielzeugverbot“, jedoch liegt der Fokus auf den Erlebnissen in und mit der Natur.
 

 Die natürlichen Rahmenbedingungen:
 

 Im Vordergrund steht die Erlebnispädagogik. Grundlegend sind Leitlinien wie die Förderung der Eigenverantwortlichkeit, Lernen in ganzheitlichen Zusammenhängen (entdeckendes Lernen), Umwelterziehung und das Lernen auf der Grundlage praktischen Anschauens und Tuns.
 

 Besonderheiten durch die gegebenen Umstände im Wald:

 

 

Förderung der Motorik und Psychomotorik durch natürliche, differenzierte Bewegungsmöglichkeiten und –anlässe
 

Erfahrung körperlicher Grenzen
 

Erleben des jahreszeitlichen Rhythmus und spezieller Naturerscheinungen
 

Ökologische Zusammenhänge und Vernetzungen erkennen und verstehen
 

Wertschätzung der Natur und des Lebens an sich
 

Förderung der Sinneswahrnehmung
 

Ganzheitliches Lernen
 

Freie Entfaltung der Fantasie durch das Fehlen vorgefertigter Materialien
 

Vermehrt Kommunikationsanlässe (> sprachliche Förderung)
 

Förderung der Gesundheit und Stärkung des Immunsystems
 

 Die grundlegenden Umstände im Wald begünstigen die Förderung der Kinder auf natürliche Weise. Ergänzend dazu wird in der praktischen Arbeit Wert darauf gelegt, dass Angebote zu allen entwicklungsrelevanten Bereichen statt finden.

 

 

11. Schulvorbereitende Arbeit im Wald
 

 Wir bieten auch im Wald gezielte Förderung für Vorschulkinder an, um sie auf die Schulzeit bestmöglichst vorzubereiten; z.B:
 

Das „Würzburger Sprachmodell“ (phonologisches Bewusstsein und sprachlicher Bereich)
 

„Entdeckungen im Zahlenwald“ (mathematisches Verständnis)
 

Forschen mit Fred (Naturwissenschaften im Kindergarten)
 

Gezielte Angeboten in der Kleingruppe (kognitiver Bereich, Graphomotorik etc.)
 

Viele Vorschulinhalte werden zusätzlich durch Naturmaterialien veranschaulicht (z.B. Mengenverhältnisse, Unterschiede etc.)
 

Forschungsergebnisse und Befragungen an Schulen haben gezeigt, dass sich die Vorschulzeit in Waldkindergärten positiv auf folgende schulisch relevante Bereiche auswirkt:
 

  Motivation – Ausdauer – Konzentration
 

  Sozialverhalten
 

  Mitarbeit im Unterricht
 

  Musischer Bereich
 

  Kognitiver Bereich
 

 Körperlicher Bereich
 

 Dies entsteht neben den Vorschulprogrammen hauptsächlich durch die besonderen Umstände und Gegebenheiten des Waldes und die Anpassung an dieses herausfordernde Lernfeld im alltäglichen Spiel.
 

 12. Tagesablauf
 

 07:30 Uhr – 08:30 Uhr Bringzeit
 

 08:30 Uhr Morgenkreis mit Begrüßungslied
 

 ca. 09:00 Uhr Aufbruch in den Wald
 

 10:00 Uhr Brotzeit an einem unserer festen Waldplätze
 

 bis ca. 12:00 Uhr Freispiel und / oder gezielte Angebote im Wald

 

 12:30 - 13:00 Uhr Abholzeit
 

  13. Beobachtung und Dokumentation

Um die Stärken der Kinder kennen zu lernen, ihre Interessen heraus zu finden oder die Bereiche zu erkennen, in denen sie Unterstützung benötigen, nutzen wir die Freispielzeit, um Beobachtungen in den verschiedenen Entwicklungsbereichen fest zu halten und die Ergebnisse zu dokumentieren. Diese Dokumentationen zeigen Entwicklungstendenzen auf und dienen als Grundlage für zielgerichtete Elterngespräche. Durch aufmerksames Beobachten und Festhalten des Verlaufes übers Jahr haben wir die Entwicklung und den Prozess jedes einzelnen Kindes konkret im Blick. Die Beobachtungen geben Anstöße für situationsorientierte Projekte nach den Interessen der Kinder und sind Grundlage für das Setzen neuer Ziele.
 

 -> Beobachtung -> Dokumentation -> Planung -> Durchführung -> Beobachtung ->…
 

 14. Erziehungspartnerschaft und Transparenz
 

 Zum Wohle des Kindes streben wir eine Erziehungspartnerschaft (nach Art. 14 BayKiBiG) mit den Eltern an. Ein vertrauensvolles Miteinander ist uns besonders wichtig, damit Sie und Ihr Kind sich bei uns wohl fühlen.
 

 Zur Kooperation mit den Eltern gehört bei uns:
 

 Einblick in Dokumentationen der Beobachtungen
 

 Elterngespräche
 

 Entwicklungsgespräche
 

 Elternnachmittage oder –abende
 

 Beratung
 

 Gemeinsame Feste
 

 Informationsveranstaltungen
 

 Tür- und Angelgespräche
 

 15. Elternbeirat
 

 Zu Beginn eines jeden neuen Kindergartenjahres wird ein Elternbeirat eingerichtet (Art. 14 Abs. 4 BayKiBiG).
 

 Der Elternbeirat fungiert als Bindeglied zwischen Eltern, Team und Träger. Der Elternbeirat wird von der Leitung und dem Träger informiert und gehört.
 

 16. Teamarbeit
 

 Die Waldgruppe ist ein Teil der Kindertagesstätte „Mosflitzer“. Daher ist das Team der Waldgruppe in regelmäßigem Kontakt mit dem Team der Kinderkrippe und der Kindertagestätte. So können eine gute Zusammenarbeit, gemeinsame Feste und Projekte sowie ein reibungsloser Gruppenwechsel gewährleistet werden. Es finden regelmäßig gruppenübergreifende Teambesprechungen und Veranstaltungen statt.
 

17. Vernetzung
 

 Wir vernetzen uns außerdem mit folgenden Stellen:
 

Schulen (Besuch der Vorschulkinder, Schulvorbereitung)
 

Ämter, Förderstellen und Fachdienste nach Bedarf
 

Kirche (Feste und Feiern, religiöser Bereich)
 

Referenten (z.B. für Elternabende)
 

Fachleute (z.B. Gesundheitserziehung)
 

Seminarleiter und Fortbildungsstätten
 

Andere Waldkindergärten im Landkreis
 

 18. Schließtage
 

 In den Ferien bleibt die Waldgruppe jeweils geschlossen. Die Kinder können im Notdienst der „Kita Moosflitzer“ weiter betreut werden.
 

 Ganz geschlossen bleibt die Einrichtung zwei Wochen in den Weihnachtsferien sowie drei Wochen in den Sommerferien.
 

 Zusätzliche Schließtage, die anfallen können:
 

 Brückentage
 

 Fortbildungstage des Personals
 

 Klausurtage
 

 Betriebsausflug
 

 19. Buchungszeiten
 

 Ihre Buchungszeiten sind verbindlich. Sollten Sie feststellen, dass Ihnen die Betreuungszeit nicht ausreicht, haben Sie die Möglichkeit, entsprechend aufzubuchen, falls noch Kapazität vorhanden ist.
 

 20. Anmeldung
 

 Anfang des Jahres haben wir verbindliche Anmeldetage. In Ausnahmefällen (z.B. Umzug) können Sie sich jederzeit um einen freien Platz erkundigen.
 

 21. Praktikanten
 

 Nach Möglichkeit bieten wir Praktikanten aus verschiedenen Schulen einen Einblick in unsere pädagogische Arbeit.

 

Wir hoffen, Ihnen mit unserem Konzept einen guten Einblick in die Arbeit der Waldgruppe gegeben zu haben. Sollten dennoch Fragen offen geblieben sein, wenden Sie sich an uns. Gerne geben wir Ihnen noch nähere Auskünfte.

 

 Es grüßt Sie das Team der Waldameisen

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Kindertagesstätte Moosflitzer

Anrufen

E-Mail

Anfahrt